DAX-Berechnung: Wie wird der Index ermittelt?
Veröffentlicht von DAX Bildungsraum · Zuletzt redaktionell geprüft: 15.07.2026
Die DAX-Berechnung ermittelt fortlaufend den Indexwert aus den aktuellen Preisen der Mitgliedsunternehmen, ihrer jeweiligen Marktkapitalisierung und dem frei handelbaren Anteil. Wer den dax kurs aktuell verfolgen möchte, sollte verstehen, wie dieser Wert Sekunde für Sekunde entsteht.
Ein Indexstand wirkt auf den ersten Blick wie eine einfache Zahl. Tatsächlich verbirgt sich dahinter ein präziser Rechenvorgang, der viele Einzelinformationen zu einer Kennzahl verdichtet. Dieser Eintrag erklärt Schritt für Schritt, welche Bestandteile in die Berechnung eingehen und warum der dax kurs aktuell sich ständig verändert.
Definition
Die DAX-Berechnung ist ein fortlaufendes Verfahren, bei dem aus den Handelspreisen der im Index vertretenen Unternehmen ein gemeinsamer Wert ermittelt wird. Die Deutsche Börse AG führt diese Berechnung während der Handelszeiten durch und veröffentlicht den resultierenden Indexstand.
Grundlage sind drei Bausteine: die aktuellen Preise der Mitgliedsunternehmen, ihre jeweilige Marktkapitalisierung und der frei handelbare Anteil, der sogenannte Free Float. Aus diesen Angaben ergibt sich, wie stark jedes einzelne Unternehmen den Index bewegt.
Ausführliche Erklärung
Der Laspeyres-Ansatz
Der DAX wird nach einer Variante des Laspeyres-Verfahrens berechnet. Vereinfacht gesagt wird der aktuelle Gesamtwert aller Indexmitglieder durch eine feste Bezugsgröße, den sogenannten Divisor, geteilt. Der Divisor sorgt dafür, dass Veränderungen in der Zusammensetzung oder Kapitalerhöhungen den Indexstand nicht verzerren.
Marktbereinigte Kapitalisierung
Es zählt nicht die gesamte Marktkapitalisierung eines Unternehmens, sondern nur der marktbereinigte Teil. Das bedeutet: Nur die Aktien, die tatsächlich frei an der Börse gehandelt werden, gehen in voller Höhe in die Berechnung ein. Große, fest in der Hand von Großaktionären befindliche Pakete werden abgemildert.
Fortlaufende Neuberechnung
Während der Handelszeiten wird der Indexstand regelmäßig – im Sekundentakt – neu ermittelt. Jeder Preisimpuls an einem schweren Mitgliedsunternehmen kann den dax kurs aktuell spürbar bewegen. Deshalb schwankt die Kennzahl im Laufe eines Handelstages häufig hin und her.
Der Divisor hält den Index kontinuierlich vergleichbar, auch wenn sich die Zusammensetzung ändert.Erläuterung der Indexmethodik
Kurs- und Performanceberechnung
Zusätzlich zur Preisentwicklung existiert die Performancesicht, die Dividenden wieder anlegt. Beide Rechenwege nutzen denselben Grundmechanismus, unterscheiden sich aber darin, ob Ausschüttungen berücksichtigt werden. Das ist der Grund, warum in Medien oft zwei leicht unterschiedliche Stände genannt werden.
Berechnungszeiten und Schlussstand
Die fortlaufende Berechnung erfolgt während der ordentlichen Handelszeiten der elektronischen Börsenplattform. Außerhalb dieser Zeiten wird kein neuer Indexstand ermittelt; der letzte berechnete Wert gilt als Schlussstand und bildet die Grundlage für Vergleiche am Folgetag. Auch der dax kurs aktuell, den Medien nennen, bezieht sich immer auf einen konkreten Berechnungszeitpunkt und ist keine durchgehende Größe.
Zusätzlich kann ein Auktionsverfahren am Tagesende herangezogen werden, um einen besonders repräsentativen Schlusswert zu ermitteln. Diese Auktion bündelt Kauf- und Verkaufsaufträge und führt sie zu einem einheitlichen Preis zusammen, was die Qualität des Schlussstandes erhöht. Für Lernende ist wichtig zu verstehen, dass jeder Indexstand an einen Zeitpunkt gebunden ist und sich Methodik wie Auktion oder fortlaufende Berechnung auf seine Aussagekraft auswirken.
Verwandte Begriffe
- Free Float – der frei handelbare Anteil als Berechnungsgrundlage.
- Gewichtung im DAX – wie stark jedes Unternehmen zählt.
- Marktkapitalisierung – der Börsenwert eines Unternehmens.
- DAX Performance-Index – die Dividenden berücksichtigende Variante.
Häufige Missverständnisse
„Der Stand ist ein Durchschnittspreis.“
Nein. Der Index ist kein arithmetischer Durchschnitt der Aktienpreise, sondern ein gewichteter Wert, der Marktkapitalisierung und Free Float berücksichtigt.
„Kapitalveränderungen verschieben den Index.“
Der Divisor wird bei strukturellen Veränderungen angepasst, damit der Indexstand vergleichbar bleibt. Eine Kapitalerhöhung allein verfälscht die Kennzahl also nicht automatisch.
„Außerhalb der Handelszeiten ändert sich nichts.“
Auch wenn die fortlaufende Berechnung pausiert, kann es bei Ereignissen zu Nachbereichungen kommen. Der offizielle Schlussstand ist dennoch ein Zeitpunkt und kein kontinuierlicher Wert.
Querverweise
Ergänzend lohnen sich die Einträge zur Zusammensetzung des DAX 40, zu den Sektoren im DAX und zur allgemeinen Frage Was ist der DAX?.